Nanoteilchen oder Nanopartikel bezeichnen einen Verbund von wenigen bis einigen tausend Atomen oder Molekülen. Der Name entspringt ihrer Größe, die nur bei einigen Nanometern (10-9 Meter bzw. 1 Milliardenstel Meter) liegt (griechisch nanos = Zwerg). Diese Winzlinge haben chemische und physikalische Eigenschaften, die deutlich von denen normaler Festkörper abweichen. Technisch besonders interessant sind die Eigenschaften wie Leitfähigkeit, optische Eigenschaften metallischer Nanoteilchen und chemische Reaktivität.

Nanopartikel lagern sich offenbar bevorzugt so, dass stets der maximale Abstand voneinander eingenommen wird. Diese Eigenschaft macht sie für die Oberflächentechnik höchst interessant, denn sie sind die Erklärung für den Selbstheilungseffekt in Korrosionsschutzsystemen. Nanoteilchen können sich sogar in vollständig getrockneten Schichten noch umlagern, beispielsweise wenn sich durch Biegen oder Verletzungen neue Risse auftun. Gleichzeitig sind sie praktisch unsichtbar, denn - von spezifi scher Absorption abgesehen - sind sie kleiner als die kleinste Wellenlänge des sichtbaren Lichtes. Faustregel: „Wenn man‘s sieht, ist es nicht mehr nano.“

In der Oberflächentechnik wird am häufigsten nanoskaliges Siliziumdioxid eingesetzt, das in verschiedenen Lieferformen und mit unterschiedlichen Partikelgrößen von 5 - 50 nm verfügbar ist. Das nanoskalige Siliziumdioxid hat entscheidende Eigenschaften, die sich auf den Korrosionsschutz von verzinkten und passivierten Oberflächen positiv auswirken. Wegen seiner geringen Größe und der damit verbundenen hohen spezifischen Oberfläche von bis zu 400 m²/g können kleinste Spalten in der Beschichtung gefüllt werden, und eine gleichmäßige Belegung der Oberfläche mit Siliziumdioxid ist gewährleistet
(Abbildung 1)

Während des Auftrocknens kann sich das Siliziumdioxid durch kovalente Bindungen verankern, wodurch eine starke Haftung des Films erreicht wird.
(Abbildung 2)
Abbildung 1
Belegung und Füllen kleiner Unebenheiten der passivierten
Oberfläche mit nanoskaligem Siliziumdioxid

Abbildung 2